Sicherungsmaßnahmen und Machbarkeitsstudie Grundinstandsetzung „Alte Schleuse“ (Kiel-Holtenau)

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) dient seit über 100 Jahren der nationalen und internationalen Schifffahrt als Schifffahrtstraße und ist das zweite Tor zur Ostsee. Er steht dabei in direkter Konkurrenz zur Skagenroute und ist ein wettbewerbsfähiger und umweltfreundlicher Transportweg, um die wachsenden Handelsströme in Europa zukünftig mit dem verstärkten Einsatz küstenparalleler Kurzstreckenseeverkehre zu bewältigen. Die Großen (Neuen) Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau sind, zusammen mit den Kleinen (Alten) Schleusen, Schwerpunkt des Betriebsgeschehens und des Verkehrsablaufes.

Der Bauwerkszustand der Schleusenanlage ist dem Alter entsprechend sanierungsbedürftig. Es ist geplant, zunächst die Kleinen (Alten) Schleuse instand zu setzen, damit diese dann als Bypass-Schleuse für die Grundinstandsetzung der Großen (Neuen) Schleusen zur Verfügung stehen. Die Sanierung der Kleinen (Alten) Schleuse soll in zwei Stufen erfolgen.

Teil A: Sicherungsmaßnahmen an den Alten Schleusen
Im Zuge der Untersuchungen zur Sicherungsmaßnahme wurde durch IRS der im Bestand vorhandene Stahlwasserbau betrachtet.
Als Ergebnis der Untersuchungen wurde festgestellt, dass der Stahlwasserbau und die Antriebstechnik nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und teilweise irreparable Schadensbilder aufweisen. Daher ist eine Instandsetzung der vorhandenen Stahlwasserbaukonstruktionen und der Antriebe für eine langfristige Weiternutzung nicht möglich und eine entsprechende Neuplanung und Neubeschaffung im Rahmen einer Grundinstandsetzung erforderlich.

Teil B: Grundinstandsetzung der Alten Schleusen
Für das Kammersystem der Alten Schleuse sollten Grundinstandsetzungsmöglichkeiten definiert werden und auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden. Hierbei waren auch der Stahlwasserbau, die maschinentechnischen Anlagen und die technische Ausrüstung zu betrachten.
Im ersten Schritt wurden durch IRS in einer Machbarkeits-/ Variantenuntersuchung die möglichen Verschlussvarianten betrachtet, einer technisch-wirtschaftlichen Bewertung unterzogen und die für die Grundinstandsetzung der Alten Schleuse Kiel-Holtenau am besten geeignetste Lösung als Zielvariante ermittelt.
Darauf aufbauend wurde für die Zielvariante eine tiefergehende, differenzierte technische Betrachtung durchgeführt. Als beste Lösung und innovativer Verschlusstyp wurde für die Grundinstandsetzung der Alten Schleusen das inverse Stemmtor ermittelt, welches Lasten aus dem Überstau von beiden Richtungen abtragen kann.

IRS erbrachte die Ingenieurleistung zum Stahlwasserbau innerhalb einer Ingenieurgemeinschaft mit dem Planungspartner WTM und DriveCon als Nachunternehmer.

Planungsumfang:
- Machbarkeitsuntersuchung und Variantenbetrachtung zu den Schleusenverschlüssen, Antrieben und der technischen Ausrüstung
- Machbarkeitsuntersuchung zu Adapterkonstruktionen für die vorhandenen, einschwimmbaren Revisionsverschlüsse
- Machbarkeitsuntersuchung zu Schwimmstegen

Technische Daten:
- Kammerbreite: 25,00 m
- Größte Staudifferenz: ~3,00 m
- Torhöhe (Stemmtor): ~13,50 m

Studien

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